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Mein, dein, unser Friedensprojekt


Auch wenn es eine helle Freude ist, mich vom Wunder des Frühlingserwachens beglücken zu lassen ... und auch wenn es mir Gott sei Dank gut geht in meinem privilegierten Schweizer Leben:


Wenn ich genau hinhorche, nehme ich in mir – und ich glaube, auch um mich herum – eine latente Traurigkeit und Verzweiflung wahr über die derzeit erschreckend wachsende Kriegstreiberei auf dieser Welt.


Ja, da draussen, bei den Mächtigen. Ich gehe davon aus, dass du und ich niemals bewusst entscheiden würden: So, jetzt führe ich Krieg.


Doch was tue ich, wenn ich Vorwürfe mache, bewerte, mich verteidige, recht haben will, eine emotionale Ladung verpulvere, unehrlich bin, dichtmache, «zurückgebe», für nicht erfüllte Erwartungen beschuldige – und dies nicht irgendwelchen Feinden, sondern meinen Liebsten und mir selbst gegenüber?


Ich führe Krieg. Ungewollt, unbewusst, subtil. Das tut weh, den andern und mir selbst.


Wenn ich mich dabei ertappe, den Schmerz fühle, mich ihm zuwende, und es mir dann gelingt, mich achtsam aus dem Gefecht hinauszuführen – zurück ins Herz, ins Verständnis, in die Liebe, dann bin ich, dann sind wir dem Frieden ein Stückchen näher.


Das haben wir in der Hand. Tun wir es doch täglich neu, gerade in diesen Zeiten. Als mein, dein, unser kleines grosses Friedensprojekt.

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