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Ich hatte einen Traum


Ich sass auf einmal in einem unglaublich wohltuenden warmen Licht. Während die Gestalt, das Wesen, die Energie, von der das Licht auszugehen schien, sich mir näherte, erfasste mich ein tiefes Aufatmen, gefolgt von einer beglückenden Entspannungswelle, die meinen ganzen Körper bis in alle Zellen, ja, mein ganzes Sein durchdrang.


Eigentlich wusste ich nicht, ob die Energie mich von aussen umhüllte oder von meiner Mitte aus durch mein Wesen wirkte. Was ich wusste, fühlte, erlebte, war ein Baden in bedingungsloser Liebe. Es schien keine Trennung mehr zu geben. Und trotzdem war «ich» noch da, mein Bewusstsein. Kein Wunsch offen, keine Sehnsucht nach irgendwas anderem. Angekommen, zu Hause, erlöst, glückselig. Ich träumte, dass mein grösster Traum wahr wurde.


Dann wachte ich auf.


Nach wie vor bin ich menschlich-verletzlich, werde getriggert, bewerte, projiziere, habe Erwartungen, bin liebevoll oder unachtsam, lache und weine und nerve mich, bin aufgestellt und dankbar oder schlecht gelaunt, wetterfühlig und ungeduldig, im Widerstand oder zufrieden.


Doch das alles kommt und geht. Seit meinem Traum weiss ich, wie es sich anfühlt, durch und durch aufgehoben, geborgen, getragen, geliebt zu sein. Die Intensität der Erfahrung hat etwas abgenommen. Dieses Wissen aber lässt sich nicht mehr auslöschen, niemand kann es mir wegnehmen. Es ist meine Wahrheit, und sie zu er-innern, das grösste Geschenk.


Worüber ich manchmal nicht so sicher bin: Ist vielleicht mein normaler täglicher Wachzustand der Traum?



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